Visualtraining

Das Sehen ist einer der wichtigsten Sinne des Menschen. Über 90 Prozent der Informationen zur Wahrnehmung seiner Umwelt nimmt er über die Augen auf. Das visuelle System vermittelt dem Menschen unendlich viele Informationen. Dabei wird die Umwelt nicht nur mit den Augen „gesehen“. Für eine korrekte Wahrnehmung muss das Gesehene auch identifiziert und interpretiert werden. Ist die Entwicklung nur einer der am visuellen System beteiligten Fähigkeiten eingeschränkt, kommt es zu einem Ungleichgewicht, das die Wahrnehmung beeinträchtigt.

Die Verhaltensoptometrie ist ein Spezialgebiet der Optometrie, der Wissenschaft, die sich mit dem Studium und der Erweiterung des Wissens über den Sehprozess beschäftigt. Die Feststellung und Anwendung spezieller Techniken und Hilfsmittel, wie z. B. das Visualtraining, dienen der Vorbeugung und Kompensation von Sehproblemen. Das optometrische Visualtraining eignet sich insbesondere dafür die Sehleistung von Kindern, bei denen eine Entwicklungsstörung des visuellen Systems vorliegt, zu verbessern. Aber auch bei Erwachsenen, die unter visuellem Stress am Bildschirmarbeitsplatz leiden oder zur neuro-optometrischen Rehabilitation, kann mit einem entsprechend angepassten Trainingsprogramm eine deutliche Verbesserung der Situation erreicht werden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sehfunktionsstörungen treten häufig im Zusammenhang mit motorischen Entwicklungsdefiziten auf. Die Handlungsfähigkeit eines Menschen kann z. B. durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung entscheidend eingeschränkt oder bedroht sein. Um diesen Menschen zu helfen, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen unabdingbar. Der Spezialist wird eine versteckte visuelle Wahrnehmungsstörung bei seinen Patienten schnell erkennen und kann dann eine parallel geführte Therapie mit dem Verhaltensoptometristen abstimmen. In vielen Fällen kann dadurch eine optimale Versorgung der Betroffenen erreicht werden.